Zentrale Bürgeragentur ZEBRA

Am 3. März 1998 war es so weit: Nach zweijähriger Vorbereitungszeit wurde die Zentrale BürgerAgentur (ZEBRA) im EinsteinHaus der Ulmer Volkshochschule gegründet. Der Anspruch war groß: Kontakte knüpfen, Brücken bauen, bewegende Themen der Stadtgesellschaft aufgreifen – und dies alles in konkrete Handlungsstrukturen umsetzen. Ein Kooperationsvertrag zwischen der Stadt und dem Sozialministerium des Landes ermöglichte die ersten konkreten Schritte, das bürgerschaftliche Engagement zu fördern und zu begleiten und es auch finanziell zu unterstützen. Wobei es schon damals allen Verantwortlichen klar war, dass „bürgerschaftliches Engagement“ weit mehr zu sein hatte als das klassische „Ehrenamt“.

In diesem Sinne bot ZEBRA zwar selbstverständlich die Möglichkeit für Interessierte, sich für eine Freiwilligentätigkeit beraten und vermitteln zu lassen. Aber der Horizont ging weit über dieses „Kerngeschäft“ hinaus, nämlich hin zu einem Verständnis von „Bürgergesellschaft“, das auch und gerade die bürgerschaftliche Beteiligung an konventionellen und nicht-konventionellen Formen politischer Partizipation in den Vordergrund rückte. Das Projekt „Bürgerdemokratie“ setzte – und setzt –  voraus, dass sich die etablierten Organisationen in Richtung Bürgerschaft öffnen und nicht für sie, sondern mit ihr planen und entscheiden. Um dies erkennen, diskutieren und gegebenenfalls umsetzen zu können, bedarf es der Orte (und der Einrichtungen), die diesen Gedanken in die (Stadt-)Gesellschaft tragen, Institutionen beraten und begleiten, „Motor“ für eine lebendige Auseinandersetzung sind.

Darüber hinaus bedarf es auch der Orte, an denen und in denen sich die hauptamtlichen Fachkräfte austauschen und gemeinsame Positionen entwickeln können. Und an und in denen ebenso Leitlinien bzw. Standards für die „bürgerschaftliche“ Arbeit erörtert und festgelegt werden können und sollen. Und an und in denen mit kritischem Blick die politischen Vereinnahmungen/ Instrumentalisierungen von bürgerschaftlichem Engagement benannt werden.

Die Orte, die dafür standen und stehen heißen FaRBE (Fachkräfte regional für Bürgerschaftliches Engagement), Akademie für Bürgerschaftliches Engagement und Gemeinwesenarbeit, Informations-, Beratungs- und Vermittlungsstelle „engagiert in ulm“ – und ZEBRA. In 20 Jahren hat sich viel getan, ZEBRA war und ist ein wesentlicher Teil davon.   

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