Die Welt in Zeiten von Corona – Solidarität weiter denken

Freitag, 13. November 2020 - 19:00
Stadthaus Ulm und Haus der Begegnung Ulm

„Solidarität“ hatte einst das Ziel, durch Hilfe und Unterstützung Not und Unmündigkeit zu überwinden und Eigenständigkeit zu schaffen (oder wieder herzustellen). Davon ist heute zwar noch oft rhetorisch die Rede – zum Beispiel in der ständig wiederholten Formel, „Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten zu wollen –, in der Praxis sehen die Verhältnisse allerdings völlig anders aus. „Wo früher die Vorstellung von einer anderen Welt zum Handeln motivierte, herrscht heute ein unpolitischer Pragmatismus vor, der sich nicht einmischen will, keine Partei ergreifen möchte, sich um Linderung der ärgsten Not kümmert, aber die bestehende Ordnung nicht mehr in Frage stellt.“ So skizziert Thomas Gebauer von der Stiftung medico international die gegenwärtige Sachlage. 2003 und 2014 beschäftigten sich medico international und andere Organisationen in zwei großen Konferenzen damit, warum Kritik an dieser Form von »Hilfe« notwendig ist und wie alternative Ansätze aussehen müssten – und müssen. Daran anschließend wollen wir im Rahmen einer Tagung mit Podien, Vorträgen, Foren und Workshops mit den Aktiven in der „Eine-Welt-Arbeit“ die Diskussion weitertreiben. 

Dabei wird es in zentraler Weise auch darum gehen, Stimmen aus dem Globalen Süden als einen elementaren Ansatz zur durchgreifenden Humani-sierung der Welt zu begreifen und in die Strategien mit einzubeziehen. Denn: „Wenn Menschen in Not die Initiative ergreifen, wenn sie sich selbst organisieren, dann scheinen die Grundzüge einer anderen Welt auf, in der Ideen von demokratischer Teilhabe, von Gemeingütern und einer allen zugänglichen, gerechten Daseinsvorsorge verwirklicht sind.“ (T. Gebauer/I. Trojanow, Hilfe? Hilfe! Wege aus der globalen Krise, 2018) In diesem Sinne: Vom Süden lernen…

Freitag, 13.11.2020, 19:00 Uhr Stadthaus Ulm

Samstag, 14.11.2020, 09:30 bis 17:00 Uhr Haus der Begegnung Ulm

Referent/in: 
Prof. Dr. Ulrich Brand, Thomas Gebauer, Kathrin Hartmann u. a.